Spielerisch Deutsch lernen



"Spielerisch Deutsch lernen" – Ein Projekt für mehrsprachige Kinder!
Entstehungsgeschichte
Zielgruppe

Inhalte und Zugänge
Kursangebote
Mehrsprachigkeit
Elternbildung
Interkulturelle Pädagogik
Muttersprache

Entstehungsgeschichte

Das Projekt "Spielerisch Deutsch lernen" wurde im Rahmen des Kooperationsprojektes "Deutsch für Familien nichtdeutscher Muttersprache" der Vereine SALE, DANAIDA und ISOP im März 2000 gestartet. Durch den hohen Anteil der ausländischen Bevölkerung
(vor allem) in den Bezirken Lend und Gries betrug der Anteil jener Kinder mit nichtdeutscher Muttersprache, die im Herbst 2000 eingeschult werden sollten, in manchen Schulen über
50 %.
Bei Schuleintritt werden von Kindern Fähigkeiten und Fertigkeiten vorausgesetzt, die viele Kinder im Rahmen ihrer häuslichen Umgebung nicht erfahren. Viele Vorschulkinder mit nichtdeutscher Muttersprache haben keine Möglichkeit einen Kindergarten zu besuchen und unterliegen bei Schuleintritt häufig einem künstlich geschaffenen Förderbedarf. Dies bezieht sich nicht nur auf die mangelnden Sprachkenntnisse, sondern auch auf fehlende Gruppen- und Sozialerfahrungen, da der Alltag von MigrantInnen häufig von Isolation mit der Folge des verstärkten Rückzuges in die vertraute Kultur geprägt ist.
Vorschulische Erfahrungen in einer Gruppe im Sinne gemeinsamen Lernens, Spielens und Annäherns sind wesentlich, da nicht Anpassung, sondern ein gemeinsam entwickeltes Normen- und Wertesystem, in dem alle voneinander lernen, das Ziel einer multikulturellen Gesellschaft sein soll. Das Projekt "Spielerisch Deutsch lernen" will dazu einen wesentlichen Beitrag leisten. nach oben

Zielgruppe

Kinder mit nichtdeutscher Muttersprache im Alter von 4 - 6 Jahren.

Inhalte und Zugänge

Spracherwerb
Erwerb kognitiver, motorischer und sensomotorischer Fähigkeiten und Fertigkeiten
Interkulturelles/multikulturelles Lernen
Soziales Lernen
Spielerisches Lernen
Selbständiges Arbeiten
Geschlechtssensible Förderung
Methodenvielfalt (u.a. Lernen mit allen Sinnen, computerunterstützte Lernumgebung und Outdoor-Aktivitäten)
Unsere Praxis orientiert sich natürlich an den Grundsätzen der interkulturellen Pädagogik.nach oben

Kursangebote

· 1 Kurs für Kinder, die keinen Kindergarten besuchen: 10,5 Wochenstunden / Gruppe
· 3 Kurse für Kinder, die einen Kindergarten besuchen: 7 Wochenstunden / Gruppe
· 2 Sommerintensivkurse für Kinder, die im Herbst die Schule besuchen:14 Wochenstunden

· Zusammenarbeit mit Grazer Kindergärten
Die interkulturellen Mitarbeiterinnen des Projekts „Spielerisch Deutsch lernen“ besuchen jede Woche Grazer Kindergärten, um – anhand interkultureller Pädagogik – die Kinder bei dem Erwerb der deutschen Sprache zu unterstützen.nach oben

Was für uns wichtig ist:

· Mehrsprachigkeit
Die Muttersprache (Erstsprache) gut zu beherrschen ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für das Erlernen einer weiteren Sprache sowie für die gesamte intellektuelle Entwicklung eines Kindes. Deshalb werden im Projekt „Spielerisch Deutsch lernen“ die Kurse so gestaltet, dass die Muttersprache jedes Kindes wertgeschätzt wird, und dass das Selbstvertrauen der Mädchen und Buben durch ihre Mehrsprachigkeit gestärkt wird.

· Elternbildung
Elternbildung bedeutet, Erfahrungen auszutauschen, Informationen zu sammeln und praktische Anregungen mitzunehmen.
Da das Projekt „Spielerisch Deutsch lernen“ Vorschulkinder betreut, ist die Vorbereitung auf die Schule von großer Bedeutung. Der Übertritt in eine Volksschule ist ein wichtiger Schritt für die Familien, der behutsam begleitet werden muss. Es wird darauf geachtet, dass nicht nur die Kinder sondern auch ihre Eltern auf die Schule gut vorbereitet werden.
Es finden daher regelmäßig Veranstaltungen statt, die die Integration in die Schule erleichtern sollen. Während die Kinder betreut werden, können Referentinnen die Eltern informieren und Dolmetscherinnen den Inhalt in verschiedenen Sprachen wiedergeben. Gesundheit, Ernährung, Freizeit, Kinderbetreuung, Schulsystem und Elternverein sind Themen, die aufgegriffen werden.nach oben

· Interkulturelle Pädagogik
Handbuch Interkulturelles Lernen, Dietmar Böhm, Regine Böhm, Birgit Deiss-Niethammer, Herder Verlag

Die Welt trifft sich im Kindergarten, Michaela Ulich, Pamela Oberhuemer, Monika Soltendieck, Beltz Verlag

Muttersprache (Bosnisch)
1) Warum uns die Muttersprache wichtig ist?
Die Muttersprache (Erstsprache) gut zu beherrschen ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für das Erlernen einer weiteren Sprache sowie für die gesamte intellektuelle Entwicklung eines Kindes.
- Eine gut gefestigte Erstsprache stellt die wichtigste Basis zum Erwerb der Zweitsprache.
- Die Förderung der Muttersprache stärkt und pflegt die ursprüngliche ethnische Identität. - Dies führt zu einer positiven Selbsteinschätzung zur eigenen Kultur.
- Das positive Selbstbild von der eigenen Kultur und Ethnie schafft die Voraussetzungen für Aufgeschlossenheit gegenüber anderen Kulturen.

2) Was passiert bei Nichterlernung der Muttersprache?
Nichterlernung der Erstsprache kann als Folge die so genannte Halbsprachigkeit haben. Das bedeutet, dass sich weder die Erst- noch die Zweitsprache voll entwickeln kann.

„Es handelt sich dabei um eine stecken gebliebene, unvollständige sprachliche Sozialisation, eine Zweisprachigkeit, bei der sich auf Grund eines ungünstigen Verlaufs weder die eine noch die andere Sprache, daher auch die Spracherwerbsfähigkeit nicht voll entwickeln konnte.“
(Dr. Rudolf de Cillia, Das Zukunfstministerium, Informationsblätter des Referats für interkulturelles Lernen, Nr. 3/2003)

3) Warum Mehrsprachigkeit?
- fördert Offenheit für fremde Kulturen und Sitten
- stärkt interkulturellen Austausch innerhalb unterschiedlichen Kulturen und Nationen
- entschärft negative Vorurteile gegenüber den fremden Kulturen
- wird in vielen Berufen als wichtiger Vorteil angenommen und vorausgesetzt. nach oben

 

Kinder im Projekt "Spielerisch Deutsch lernen" nach oben

 

Projekt: "Spielerisch Deutsch lernen", Tel.: 0316/ 710660-16, Fax: 0316/ 710660-13,
Email: danaida.kinderdeutschkurse@aon.at
Verein DANAIDA, Marienplatz 5, A-8020 Graz